LK-Heuprojekt 2026 mit neuen Schwerpunkten
Nach vier Jahren startet heuer wieder ein bundesweites Projekt, wo Heuqualitäten von Praxisbetrieben in ganz Österreich anhand neuer Qualitätsmerkmale für Protein, Energie und DCAB (Kationen-Anionen Bilanz) erfasst werden, um die Fütterung von Milchkühen nach den aktuellen GfE-Normen (2023) gezielt optimieren zu können. Im Rahmen des Projekts werden Heuproben umfassend chemisch und mineralstofflich inkl. DCAB analysiert, mit Managementdaten aus den Betrieben verknüpft und mittels moderner statistischer Verfahren ausgewertet, um praxisnahe Empfehlungen und aktualisierte Beratungsunterlagen für Landwirtinnen und Landwirte zu erarbeiten. Die Ergebnisse fließen in Beratung, Lehre und Fachöffentlichkeit ein und werden unter anderem über Fachvorträge, Publikationen sowie eine österreichweite Heugala in Tirol im Jahr 2027 mit Prämierung der besten Heu- und Grummetproben sichtbar gemacht.
Das LK-Heuprojekt 2026 ist ein offizielles Forschungsprojekt des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt- und Klimaschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) und vor allem ein Kooperations-/Umsetzungsprojekt mit den teilnehmenden Praxisbetrieben, den Fütterungsreferenten der Landwirtschaftskammern, Futtermittellabor Rosenau (LK Niederösterreich), Landeskontrollverbänden (LKV), Maschinenring (MR), Arbeitskreise Milchproduktion, Mutterkuh und Mast, ARGE Heumilch Österreich und der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft für Grünland und Viehwirtschaft (ÖAG).
Dokumente zum Heuprojekt 2026
Neues im Futtermittellabor 2026
Aufwertung der Rohnährstoffanalyse NIRS
Ab sofort werden bei der „Nährstoff-Infrarotmessung Einzelfutter NIRS“ auch die Gerüstsubstanzen (NDF, ADF und ADL) mitgeliefert. Für diese Parameter entstehen dabei keine Mehrkosten. Die „erweiterte Nährstoff-Infrarotmessung NIRS“ entfällt somit. Preislich wird damit diese umfangreichere Analyse sogar günstiger.
Umsatzsteuerverrechnung
Ab. 1. Jänner 2026 werden die Analysen im Futtermittellabor Rosenau umsatzsteuerpflichtig. Dies Information ist besonders interessant für Betriebe, die sich die Vorsteuer zurückholen können. Für pauschalierte Betriebe wird vermerkt, dass bei Grundfutteruntersuchungen aufgrund der nun zusätzlich gelieferten Gerüstsubstanzgehalte die Analysenkosten - trotz Teuerung durch die Umsatzsteuer - sogar niedriger sind als bisher.
Die neuen Tarife sind wie bisher auf der Homepage des Futtermittellabors www.futtermittellabor.at -Menü – Untersuchungsmöglichkeiten und Tarife einsehbar.
Neue Futterbewertung Milchvieh
Ab Juni 2026 werden die neuen GfE-Futterbewertungen für Milchviehfutter bei Futteranalysen im FML Rosenau umgesetzt. Aktuell wird noch auf der herkömmlichen Basis bewertet, da aufgrund fehlender Rationsberechnungsprogramme mehr Verwirrung als Verbesserung entstehen würde. Der Analysenbefund wird dann um die neuen Parameter erweitert und alte Bewertungen parallel noch einige Jahre weiter ausgewiesen, um auch alte Transponderprogramme und Rationsprogramme sowie andere Wiederkäuerbewertungen bedienen zu können.
Haaranalysen bei Rindern
Spurenelemente sind essenziell für die Stoffwechselfunktionen und das Wohlbefinden der Tiere. Trotz bedarfsangepasster Versorgung wird trotzdem des Öfteren ein Mangel vermutet. Durch Antagonismus können sich Mineralstoffe gegenseitig in der Verdaulichkeit und Stoffwechselverfügbarkeit negativ beeinflussen. Fruchtbarkeitsstörungen, Untugenden wie Holzbeißen und Besaugen sowie lebensschwache Kälber, struppiges und unzureichend pigmentiertes Fell können beobachtet werden. Um einen Mangel zu bestätigen ist die Blutanalyse nur selten geeignet. Alternativ ist die Haaranalyse bei Rindern möglich.
Die Haaranalyse kann zur Erkennung von Unterversorgung oder Blockade bei der Spurenelementversorgung genutzt werden. Auch Überversorgung kann erkannt werden. Speziell die Spurenelemente Zink und Kupfer wurden bei inzwischen im Futtermittellabor oft im Mangel nachgewiesen. Bei Selen hingegen gibt es öfter Überversorgung als Mangel.